Was bringen die Benzin-Preisvergleiche?

Veröffentlicht am 9. Oktober 2013 von Paul in Sprit sparen  
Wer nicht erst an der Tankstelle einen Schreck bekommen möchte, guckt nun vorher im Internet nach. - Foto von: © Markus Bormann - Fotolia.com

Wer nicht erst an der Tankstelle einen Schreck bekommen möchte, guckt nun vorher im Internet nach. - Foto von: © Markus Bormann - Fotolia.com

Was ein Liter Sprit an der Tankstelle morgens gekostet hat, kostet er meist ein paar Stunden später schon nicht mehr. Die Preise an den Tankstellen schwanken – rauf, runter und wieder rauf; als Autofahrer weiß man nie genau, wann man „günstig“ tankt und wann man zu viel bezahlt. Die kürzlich vom Bundeskartellamt verordnete und eingeführte Datenbank für Benzinpreise, die sogenannte Markttransparenzstelle für Kraftstoffe, soll Abhilfe schaffen: Hier müssen Tankstellenbetreiber Änderungen an den Spritpreisen sofort melden. So sollen Autofahrer einen Überblick bekommen, wo und wann sie am günstigsten tanken können. Doch das alles hat nicht nur Vorteile.

Preisvergleich im Internet

Auf aktuell sechs Internetseiten können Autofahrer die Preise vergleichen: beim ADAC, bei Clever Tanken, Mehr Tanken, Spritpreismonitor, Spritgong und Tanke Günstig. Im Minutentakt werden dort die geänderten Preise für Super-Benzin, E10 und Diesel eingetragen, die sich am Computer oder mithilfe von Smartphone-Apps abrufen lassen: Durch die Eingabe der Postleitzahl erhalten Autofahrer eine Trefferliste mit Tankstellen in der Region, die nach dem günstigsten Preis sortiert sind. Das klingt zunächst gut. Doch: Nicht alle Seiten sind immer auf dem neuesten Stand, Benzinpreise erscheinen häufig erst mit Verzögerung. Insgesamt sind von den bundesweit rund 14 500 Tankstelle 13 100 erfasst; Ende dieses Jahres sollen dann auch die restlichen Tankstellen eingetragen sein. Aktuell ist der Dienst noch im Probebetrieb.

Bleibt der Traum vom billigen Benzin unerfüllt?

Ob das System die angedachte Transparenz für die Preise der Mineralölkonzerne tatsächlich bringen kann, bezweifeln immer noch viele Experten. Manfred Maertzke vom Auto Club Europa (ACE) sagte dem NDR, er sehe das System durchaus kritisch. Die Tankstellenbesitzer hätten nun die Möglichkeit, die eigene Konkurrenz besser zu beobachten, weil sie die Preise der Mitbewerber umsonst minutengenau geliefert bekämen und so den eigenen Preis daran anpassen könnten. Hinzu kommt, dass es sich oftmals vom Weg her gar nicht lohnt, eine minimal günstigere Tankstelle im Umkreis anzusteuern: Bevor man einen Umweg fährt, der nicht nur Zeit, sondern auch Sprit und damit Geld kostet, ist es unter Umständen sogar günstiger, an der Tankstelle vor Ort einen um zwei oder drei Cent höheren Preis pro Liter in Kauf zu nehmen. Der ACE bietet auf seine Seite Autofahrern einen Benzinpreisrechner, mit dem sich beziffern lässt, ob sich ein Umweg zu einer anderen Tankstelle rechnet oder nicht.

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